Glücksspiel in Italien



Das Glücksspiel war bereits in der römischen Antike bekannt und weit verbreitet. Jahrmärkte und Feste waren beliebte Anlässe, um sich die Zeit mit Glücksspielen aller Art zu vertreiben. Im Verlauf der Geschichte wurden sie zunehmend durch Verbote, Konzessionen und Gebührenerhebungen aus der Öffentlichkeit verdrängt. Frühste schriftliche Quellen weisen Venedig als ersten Ort des öffentlichen Glücksspiels aus. So sollen laut Überlieferung schon 1170 während des Karnevals in der Lagunenstadt Glücksspiele unter freiem Himmel veranstaltet worden sein. Die ersten konzessionierten Spielhäuser, die sich zunehmend etablierten, entstanden im 13. und 14. Jahrhundert in Flandern und Holland. Von dort breiteten sich sich schnell überall in Europa aus. Der italienische Begriff "Casino", der heute meist für staatlich kontrollierte Spielbanken gebraucht wird, bezeichnete zunächst einen Ort der Vergnügungen venezianischer Landleute. Der inzwischen legendäre Spielort „Ridotto“ in Venedig etablierte sich im 17. Jahrhundert als ausschließlich zum Glücksspiel genutzter Veranstaltungsort. Heute gilt er als das erste moderne Casino. In Italien wie anderenorts war das Glücksspiel immer abhängig von politischen Ränkespielen. Zum Glück hat nie einer Wellness verboten, viele könnten sich da nie richtig entspannen. Stellte Karl III. das Glücksspiel, welches er als moralisch verwerflich empfand, unter Strafe, und verzichtete damit auf staatliche Gewinne, so verbot im Gegensatz dazu Napoleon Bonarparte das private Glücksspiel in Italien, um die Gewinne aus öffentlichen Glücksspielen dem Staatshaushalt zuzuführen. Heute regulieren strenge Gesetze das Glücksspiel in Italien. Lediglich vier Spielbanken – nämlich die in Campione, Venedig, San Remo und Aosta – werden derzeit in Italien betrieben.

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2008